Definition Schizophrenie

Die schizophrenen Erkrankungen gehören zur Hauptgruppe der endogenen Psychosen, bei denen davon ausgegangen wird, dass anlagebedingte, also erbliche Faktoren zur Verursachung beitragen. Unter Psychose versteht man eine psychische Störung, die durch den grundlegenden Wandel des eigenen Erlebens und des Außenbezugs charakterisiert ist. Dabei unterliegt die Persönlichkeit dieser Menschen einer völligen Fremdsteuerung. In den Medien wird Schizophrenie häufig mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung verwechselt. Bei dieser Erkrankung existieren zwei oder mehr verschiedene Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums. Typisches Beispiel für diese Krankheit ist die Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde. Bei der Schizophrenie treten solche Phänomene jedoch nicht auf. Schizophrenie gehört in den westlichen Kulturen zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, unter anderem deshalb, weil ihre typischen Symptome, so z.B. das Stimmenhören, innerhalb dieser Kulturen als sehr absonderlich und beunruhigend angesehen werden. In anderen Kulturen jedoch können diese Symptome als Zeichen für eine besondere Begabung angesehen werden. So zeigt sich beispielsweise eine große Ähnlichkeit zwischen den Halluzinationen Schizophrener und der Trance von Schamanen, die in ihrer Kultur als besonders weise und auserwählte Menschen verehrt werden.

Symptome

Es gibt keine Symptome, die nur bei Schizophrenie auftreten. Alle Symptome können für sich allein genommen auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten, es können aber folgende charakteristische Symptombereiche genannt werden:

Wahn

Beim Wahn handelt es sich um eine nichtkorrigierbare falsche Beurteilung der Realität. Häufige Wahnvorstellungen bei Schizophrenen sind Verfolgungs- und Beziehungsideen, dabei wird das Verhalten anderer vom Patienten wahnhaft auf sich selbst bezogen. Der Wahn kann sich sowohl ohne, als auch mit Bezugnahme auf äußere Wahrnehmungen äußern.

Halluzinationen

Hierunter versteht man eine Sinneswahrnehmung, die für einen wirklichen Sinneseindruck gehalten wird, obwohl der entsprechende reale Sinnesreiz nicht vorhanden ist. Diese Sinnestäuschung kann alle Sinnesorgane betreffen, wobei akustische Halluzinationen am typischsten für Schizophrenie sind. Am häufigsten hören Schizophrene Befehle erteilende und sich über ihn unterhaltende fremde Stimmen.

Ich-Störungen

Dieses Symptom ist dadurch charakterisiert, dass die Grenzen zwischen Ich und Umwelt als durchlässig empfunden werden. Dabei werden häufig die eigene Person (Körper, Gefühle, Gedanken) oder die Umwelt als fremdartig erlebt. Es kann zu einem Gefühl der Fremdbeeinflussung oder Gedankeneingebung von außen kommen, auch kann der Patient das Gefühl haben, dass seine Gedanken mitgehört oder ihm entzogen werden. Dabei lebt der Kranke zugleich in einer wirklichen und in einer wahnhaften Welt, wobei es immer mehr zu einer Abkapselung von der realen Welt kommt.

Formale Denkstörungen

Hierbei handelt es sich um eine Verzerrung des Denkablaufs. Es kommt zur Verschmelzung verwandter Wörter zu einem Begriff, zu teilweise absurden Wortneuschöpfungen, Zerfahrenheit mit sprunghaften und unlogischen Gedankengängen oder zum plötzlichen Abbruch eines Gedankenganges ohne erkennbaren Grund.

Ursachen

Bei der Verursachung von Schizophrenie wird von einem Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren ausgegangen, wobei angenommen wird, dass die genetische Veranlagung (Disposition) eine zentrale Rolle spielt.

Genetische Grundlagen

Untersuchungen im verwandtschaftlichen Umfeld von an Schizophrenie erkrankten Personen haben Belege für eine genetische Veranlagung ergeben. So zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls an Schizophrenie zu erkranken, mit steigendem Verwandtschaftsgrad zum Erkrankten zunimmt. Sind beide Elternteile erkrankt, liegt das Risiko, ebenfalls an Schizophrenie zu erkranken, bei dem Kind bei ca. 40 %. Bei zweieiigen Zwillingen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Zwilling eines Schizophrenen ebenfalls erkrankt ist bei ca. 15 %, bei eineiigen Zwillingen bei 50% (Konkordanzrate).

Diese hohe, aber nicht hundertprozentige Übereinstimmung zeigt, dass die genetische Grundlage nicht als alleinige Ursache angesehen werden kann. Sie wird vielmehr als Disposition verstanden, die nur zur Erkrankung führt, wenn andere Faktoren hinzukommen. Als Beispiele für solche Faktoren, die bei einer genetischen Veranlagung zum Ausbruch von Schizophrenie führen, gelten Schädigungen im Mutterleib und besonders krisenhafte Lebensereignisse.

Quelle: www.onmeda.de

 

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