Was ist Binge Eating?

Die Binge-Eating-Störung (BES) ist ein relativ neuer Krankheitsbegriff, der in den USA entwickelt wurde und nun auch bei uns zunehmend Beachtung findet. "Binge-Eating" lässt sich am einfachsten mit dem Wort "Essattacke" übersetzen. Die BES gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln, erbrechen diese aber nicht, wie z.B. Bulimie Kranke. Dabei können sie nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen. Der ganze Kühlschrank wird in einem Anfall von Heißhunger quasi leer gegessen

Wann liegt die Binge Eating Störung vor?

Eine BES liegt dann vor, wenn wenigstens an zwei Tagen in der Woche Essattacken (Binge-Eating) auftreten und dies über einen Zeitraum von sechs Monaten. Eine Essattacke ist dadurch definiert, dass innerhalb von Minuten bis zwei Stunden ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln konsumiert werden. Dabei können die Betroffenen nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen.

Außerdem müssen wenigstens drei der folgenden Punkte zu treffen:

- Besonders schnelles Essen.
- Essen bis ein unangenehmes Völlegefühl einsetzt.
- Essen, ohne hungrig zu sein.
- Aufgrund von Gefühlen der Schuld, Scham oder Peinlichkeit wird allein gegessen.
- Nach der Essattacke treten Gefühle von Ekel, Schuld oder Depressionen auf.
- Die Essattacken werden als belastend empfunden.


Wichtig ist dabei die Abgrenzung zur Bulimie, der sogenannten "Fress- und Kotzsucht". Bei dieser Essstörung treten ebenfalls Essattacken auf. An Bulimie Erkrankte versuchen aber typischerweise durch drastische Maßnahmen zu verhindern, dass die aufgenommene Nahrungsmenge zu einer Gewichtszunahme führt und zwar durch:

- Selbst ausgelöstes Erbrechen.
- Fasten.
- Übermäßige körperliche Anstrengung zum Verbrennen der Kalorien.
- Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmedikamenten.

Diese Verhaltensweisen treten bei der BES nicht auf.

Auch das Essverhalten eines typischen Übergewichtigen unterscheidet sich von dem BES-Patienten: es ist geprägt von einem ständigen Überessen. Die für die BES typischen Heißhungerattacken mit dem Verlust von Selbstkontrolle kommen bei "nur" Übergewichtigen nicht vor.


Ursachen


Niemand weiß genau, wodurch die BES letztendlich verursacht wird. Es ist aber bekannt, dass etwa die Hälfte der Betroffenen in der Vergangenheit einmal depressiv gewesen sind. Ob eine Depression die BES erzeugt oder vielleicht die BES Teil eine Depression ist, ist nicht bekannt.

Die Patienten berichten oft, dass Gefühle von Ärger, Frustration oder Langeweile zu einer Essattacke führen. Es wird vermutet, dass unangenehme Empfindungen durch den Essvorgang auf angenehme Empfindungen umgelenkt werden. Essen ist dabei ein Symbol für Liebe und Geborgenheit. Dies lernt wahrscheinlich bereits das neugeborene Kind, wenn es die ersten Glücksgefühle beim Stillen erfährt. Später wird das Kind mit Süßigkeiten getröstet, wenn es enttäuscht worden ist.

Studien haben ergeben, dass Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten manchmal unfähig sind, Hunger von anderen unbehaglichen Gefühlszuständen zu unterscheiden. Auch mögliche Zusammenhänge zwischen Diätversuchen und Essattacken sind noch ungeklärt. Die Wissenschaft versucht zu erforschen, wie Botenstoffe im Gehirn von der BES beeinflusst werden, aber diese Untersuchungen sind noch in Anfangsstadien.

Zahlen und Fakten

Binge Eating betrifft etwa 2 % der Bevölkerung und ist damit die häufigste Essstörung. Unter den Übergewichtigen leiden ca. 5 % an der BES. Anders als bei der Magersucht oder der Bulimie sind von Binge Eating auch viele Männer betroffen, und zwar etwa 35% der Patienten.

Quellen: www.onmeda.de

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